Presseforum
Pressemitteilung vom 16. Juni 2007:

Wie kam es zur Verletzung in der Leimener Eisdiele?

Gericht: Landgericht Heidelberg
Termin: 16. Juni 2007, 9:00
Vorwurf: Gefährliche Körperverletzung

Vor dem Landgericht Heidelberg kommt es am 13. und 14.06.07 zur Neuauflage einer Hauptverhandlung um die Verletzung des Besuchers einer Eisdiele in Leimen. Am 25.09.05 war es dort zu einem Vorfall gekommen, bei dem der erheblich alkoholisierte Geschädigte durch einen unbekannten Gegenstand am Arm verletzt wurde. Er hatte kurz darauf unseren Mandanten beschuldigt. Dieser hat sich bisher zur Sache nicht eingelassen, wurde aber vom Amtsgericht Heidelberg in erster Instanz verurteilt. Sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft Heidelberg haben gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Das bedeutet insbesondere, dass das Berufungsgericht, sollte es den Angeklagten erneut verurteilen, in seiner Strafmaßentscheidung völlig frei und nicht an die Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts gebunden ist.
Fraglich ist an dem gesprochenen Urteil des Amtsgerichts, dass es keinerlei Feststellungen zu dem Tatwerkzeug enthält, sondern aus unerfindlichen Gründen von einem Messer ausgeht, das aber nie gefunden oder auch nur von einem Zeugen gesehen wurde. Überhaupt konnten die vernommenen Zeugen nur wenig Licht in die Angelegenheit bringen. Der Vorfall wurde angeblich von niemandem beobachtet, sondern lediglich dessen Ende, als der Geschädigte die Eisdiele fluchtartig verließ. Die Zeugen halfen dann auch beim Aufräumen des Lokals und beim Aufwischen des Blutes, wollen aber nicht gesehen haben, wie es zu der Verletzung gekommen ist. Inwieweit hier dem einen oder anderen Beteiligten durch eine Aussage geholfen werden sollte, konnte das Gericht letztlich nicht klären. Das Landgericht steht nun vor derselben Frage.