Presseforum
Pressemitteilung vom 8. Juli 2008:

Internationaler Drogenschmuggel

Gericht: Landgericht Koblenz
Termin: 8. Juli 2008, 9:00
Vorwurf: Handeltreiben mit Betäubungsmitteln

Die Staatsanwaltschaft Koblenz wirft den beiden Angeklagten vor, mit Drogen in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben und dabei als Mitglied einer Bande gehandelt zu haben, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.

Spätestens seit dem Frühjahr 2006 gehörten laut Anklage der Staatsanwaltschaft die beiden Angeklagten einer international tätigen Gruppierung an, welche Kokain in einer Größenordnung von 4-14 Kilogramm vornehmlich von Südamerika auf dem Flugweg nach Europa transportierten, um es dort gewinnbringend zu verkaufen.

Unserem Mandanten soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Koblenz die Aufgabe zugefallen sein, ihm als geeignet erscheinende, junge, alleinstehende, naive und in einer finanziellen Notlage befindliche, vorzugsweise weibliche Personen mit europäischem Aussehen für Rauschgifttransporte anzuwerben. Die Kontaktaufnahme soll meist über Internet-Chats erfolgt sein. Den gewonnenen Kurierinnen soll der Angeklagte eine Entlohnung für den Transport von bis zu 5.000 Euro versprochen haben.

Die Kurierinnen blieben meist länger als eine Woche in Südamerika, da die Reisen wie ein Urlaub aussehen sollten. Bei der Rückreise erhielten sie ein neues Gepäckstück, in dessen Inneren, entweder getarnt in Lebensmittel oder in versteckten doppelten Böden, Kokain deponiert war. Um am Flughafen nicht aufzufallen wurden von der Gruppierung sowohl in Südamerika als auch in Europa Flughafenmitarbeiter bestochen, die von den Transporten wussten und die Kurierinnen ohne Kontrolle passieren ließen.

In 3 von 5 angeklagten Fällen kam es bei dem Transport zu Komplikationen. Eine Kurierin wurde am 27.09.2006 mit 13 Kilogramm Kokain am Flughafen von Lisabon verhaften und in Untersuchungshaft verbracht. In Portugal wurde gegen diese Frau eine Strafverfahren eingeleitet, welches in der Zwischenzeit durch Urteil abgeschlossen wurde. Die Frau wurde zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft wurde die Frau jetzt zur Bewährung aus dem portugiesischen Gefängnis entlassen und befindet sich auf der Heimreise nach Deutschland.

Eine weitere Kurierin befindet sich in Untersuchungshaft in Caracas/Venezuela, nachdem sie mit 6,6 Kilogramm bei der Kontrolle am Flughafen festgenommen wurde. Schließlich wurde eine weitere Kurierin im Transitbereich des Flughafens in San José in Costa Rica festgenommen und 4,7 Kilogramm von der Polizei sichergestellt.

Die beiden Angeklagten haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen eingelassen.
Unser Mandant befindet sich seit dem 07.09.2007 in Untersuchungshaft.