Presseforum
Pressemitteilung vom 7. Oktober 2008:

Litauer auf Diebestour durch Süddeutschland?

Gericht: Landgericht Heidelberg
Termin: 7. Oktober 2008, 9:00
Vorwurf: Gewerbsmäßiger Bandendiebstahl

Die Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg verhandelt gegen einen heranwachsenden und einen erwachsenen Litauer, denen vorgeworfen wird, sich seit November 2007 im süddeutschen Raum aufgehalten und systematisch Diebstähle begangen zu haben. Dabei sollen sie einerseits in Bäckereien eingebrochen sein, um das dort vorhandene Geld zu stehlen. Andererseits sollen sie die bei diversen Autohäusern abgestellten Fahrzeuge aufgebrochen und daraus Navigationssysteme und Airbags entwendet haben.
Bedeutsam ist insbesondere die große Zahl der Taten: Ausweislich der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Heidelberg sollen die Diebe 26 Mal zugeschlagen haben. Letztlich konnten die Ermittlungsbeamten ihnen durch technische Überwachungsmaßnahmen – Observationen, Einbau von Abhöreinrichtungen in den benutzten Mietfahrzeugen und Überwachung der Telefonate – auf die Spur kommen.
Für unseren Mandanten, für den aller Voraussicht nach das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen wird, bedeutet dieses Strafverfahren einen erneuten unangenehmen Kontakt mit der deutschen Justiz. Denn bereits im Sommer 2007 war er wegen ähnlich gelagerter Diebstähle zu einer Jugendstrafe verurteilt worden, die damals zu Bewährung ausgesetzt wurde. Er erwartet nun in Untersuchungshaft das Ergebnis der anstehenden Hauptverhandlung, die auf vier Verhandlungstage angesetzt ist.
Während bei einer Verurteilung unseres Mandanten aufgrund der Besonderheiten des Jugendstrafrechts mit einer nicht mehr zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe zu rechnen ist, die sich nicht in erster Linie an den Strafdrohungen des Strafgesetzbuches, sondern am Erziehungsgedanken orientiert, muss die Lage für den erwachsenen Beteiligten als ausgesprochen ernst beschrieben werden: Denn jede der 26 angeklagten Taten des schweren Bandendiebstahls ist mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht.