Presseforum
Pressemitteilung vom 14. Oktober 2008:

Zu Recht beschuldigt oder falsch identifiziert?

Gericht: Landgericht Heidelberg
Termin: 14. Oktober 2008, 8:30
Vorwurf: Schwerer Raub

Vor dem Landgericht Heidelberg steht ein afrikanischer Student, dem ein Raubüberfall auf ein chinesisches Restaurant in Sinsheim vorgeworfen wird. Die Anklage der Staatsanwaltschaft stützt sich im Wesentlich auf die Aussage des Opfers. Der Täter soll bei ihm über 4000,- Euro erbeutet haben, die Wocheneinnahmen des Restaurants. Dieses Geld wurde allerdings nicht bei dem Tatverdächtigen gefunden. Auch die bei dem Überfall verwendete Waffe wurde nicht entdeckt. Allerdings führte er ein Handy mit sich, mit dem kurz vor und nach dem Überfall in dem chinesischen Restaurant angerufen wurde – vom Täter, wie der Wirt behauptet. Allerdings sind auch andere Sachverhaltsalternativen denkbar, mit denen sich das Gericht wird auseinandersetzen müssen. Dies gilt um so mehr, als das Tatopfer den Beschuldigten zwar anhand einer Wahllichtbildvorlage identifiziert hat. Diese hatte nach Ansicht der Verteidigung aber so gravierende Mängel, dass ihr ein Beweiswert nicht mehr zugeschrieben werden kann. Auch mit diesem Problem wird sich die Kammer auseinandersetzen müssen.
Unser Mandant befindet sich seit Ende April in Untersuchungshaft. Inzwischen ist er bestandskräftig aus der Bundesrepublik ausgewiesen. Sein Studienplatz an der Universität Bremerhaven besteht jedoch weiterhin. Ob er dieses Studium wieder aufnehmen kann, ist vom Ergebnis der Hauptverhandlung abhängig. Denn im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Mindestfreiheitsstrafe von 5 Jahren.