Presseforum
Pressemitteilung vom 22. Juli 2010:

Ende einer jugendlichen Straftäterkarriere

Gericht: Amtsgericht Karlsruhe
Termin: 22. Juli 2010, 9:00
Vorwurf: Schwerer Diebstahl

Innerhalb von nur sechs Monaten hat der Angeklagte dieses Verfahrens sein bislang unproblematisch verlaufenes Leben auf den Kopf gestellt und seine Zukunft erheblich gefährdet. Nachdem er zunächst gemeinsam mit anderen einen Bekannten überfallen hatte, um ihm eine ABreibung zu verpassen, und bei anderen Gelegenheiten mehrere Körperverletzungen begangen hatte – diese Taten waren Gegenstand einer Hauptverhandlung aus dem letzten Jahr – steht er nun wegen dreier Einbrüche in Autowaschanlagen und Diebstahls mehrerer Autoteile vor Gericht. Im Rahmen eines „Lebensgeständnisses“ hat er – in Untersuchungshaft sitzend – die Taten eingeräumt, seine Mittäter benannt und weitere Taten, die der Polizei bislang unbekannt waren, mitgeteilt. Da er darüber hinaus einen festen Ausbildungsplatz hat, in dem er bis zu seiner Inhaftierung sehr gute Leistungen erbracht hat, hat das Gericht den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Im nun anstehenden Termin entscheidet sich, ob die festzusetzende Einheitsjugendstrafe noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Hierfür spricht einiges, da der Angeklagte eine deutliche Wende zurück in sein „ordentliches Leben“ vollzogen und sich aus den problematischen Kreisen seiner jüngsten Vergangenheit komplett zurückgezogen hat. Solche Verhaltensweisen werden regelmäßig von den Jugendgerichten bekohnt, da sie das Ziel jugendgerichtlicher Tätigkeit darstellen: Erzieherische Einwirkung auf den Jugendlichen, um ihn von weiteren Straftaten abzuhalten, ohne ihm – so lange wie eben möglich – das Übel einer Inhaftierung anzutun. Vorliegend wird auch die verbüßte Untersuchungshaft von mehr als fünf Monaten eine gewichtige Rolle spielen.