Presseforum
Pressemitteilung vom 9. Februar 2011:

Unspektakuläres Ende einer spekatkulären Tat

Gericht: Amtsgericht Schwetzingen
Termin: 9. Februar 2011, 9:00
Vorwurf: Verstoß gegen das Waffengesetz

Wie erstaunlich unspektakulär manche Vorgänge letztlich juristisch zu bewerten sind, die seinerzeit die Region – zumindest kurzzeitig – in Atem gehalten haben, zeigt dieses Verfahren vor dem Amtsgericht Schwetzingen. Der Angeklagte hatte im letzten Jahr im Haus seiner damaligen Freundin – in deren Abwesenheit – eine Schusswaffe abgefeuert und sich dann eine spekatkuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei durch das halbe Bundesland geliefert, in deren Zuge massive Polizeikräfte und ein Hubschrauber eingesetzt wurden. Die Polizei befürchtete damals offensichtlich einen Amoklauf. Der Angeklagte beendete seine Fahrt zwischen Heilbronn und Stuttgart und konnte widerstandslos festgenomen werden. Der vm Amtsgericht Mannheim ausgestellte haftbefehl konnte alsbald außer Vollzug gesetzt und schließlich ganz aufgehoben werden. Nun lautet die Anklage auf Verstoß gegen das Waffengesetz, weil der Angeklagte eine scharfe Schusswaffe ohne die entsprechende Erlaubnis geführt hatte. Dabei handelt es sich zwar um ein Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem jahr Freiheitsstrafe – aufgrund seines strafrechtlich völlig unauffälligen Vorlebens und seiner erfreulichen Entwicklung nach der Tat erwartet den Angeklagten aber mit großer Sicherheit eine Bewährungsstrafe.