Presseforum
Pressemitteilung vom 3. Mai 2011:

Raubüberfall in der Altstadt und die Frage nach der Identifikation des Täters

Gericht: Amtsgericht Heidelberg
Termin: 3. Mai 2011, 9:10
Vorwurf: Raub

Unserem Mandanten, der sich seit mehreren Monaten in der JVA Heidelberg in UNtersuchungshaft befindet, wirft die Staatsanwaltschaft Heidleberg vor, in der Heidelberger Altstadt einen Mann überfallen zu haben, der von dem Besuch einer Kneipe zurückkehrte. Dabei habe er den Mann von hinten angegriffen, zu Boden geworfen und einen Geldbeutel aus dessen Gesäßtasche entwendet.

Nach mehrmonatigen Ermittlungen mit HIlfe eines Phantombildes, das mit dem Opfer erstellt wurde, wurde unser Mandant festgenommen. Tatsächlich bestehen zwischen dem Phantombild und ihm gewisse Ähnlichkeiten. Allerdings hat das Opfer in seiner Zeugenaussage angegeben, den Täter zu keinem Zeitpunkt von vorne gesehen zu haben, so dass sich die Frage stellt, wie er dessen Gesicht beschreiben konnte. Möglicherweise befand sich unser Manant – nach Angaben eines weiteren Zeugen – vor dem Überfall in der selben Kneipe wie das Opfer. Das Gericht wird sich also mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob eine Wahrnehmungsübertragung in der Weise stattgefunden hat, dass das Opfer unseren Mandanten in der Kneipe wahrgenommen und bei dem Überfall angenommen hat, es handele sich um denselben Mann, und dann bei der Täterbeschreibung seine Erinnerung an den Mann in der Kneipe zugrundegelegt hat, obwohl er das Gesicht des Täters gar nicht gesehen hat.

Unser Mandant schweigt zu dem Vorwurf.