Presseforum
Pressemitteilung vom 17. Oktober 2011:

Resident als Tatgehilfe

Gericht: Landgericht Heidelberg
Termin: 17. Oktober 2011, 8:45
Vorwurf: Beihilfe zum Bandendiebstahl

Eine seit vielen Jahren in Deutschland lebende Litauerin ist mit vier anderen Litauern angeklagt, bandenmäßig PKW- und LKW-Diebstähle in Deustchland begangen zu haben. Dabei habe ihre Tathandlung darin bestanden, den jeweils aus Litauen einreisenden Mittätern einen Schlafplatz in ihrer Wohnung, ihr Fahrzeug sowie ihren Computer zur Nutzung des Internets zur Verfügung gestellt zu haben. Diese Tathandlung hat die Beschuldigte auch bereits zu Beginn des Verfahrens eingeräumt, von Anfang an aber heftig bestritten, von dem eigentlichen Zweck des Aufenthalts ihrer Landsleute in Deutschland gewusst zu haben.

Die Täter sind ausgesprochen konspirativ vorgegangen und haben für ihre Kommunikation mit einem in Litauen verbliebenen Mittäter im Wesentlichen das Internet genutzt. Solche Tätergruppen sind regelmäßig auf die Unterstützung durch einen so genannten „Resident“, einen legal in Deutschland lebenden Landsmann angewiesen, um möglichst unauffällig Straftaten begehen zu können. Allerdings gehört oft genug die Unwissenheit dieses Gehilfen zum Prinzip. Die kriminelle Energie der Täter trifft dabei auf die grundsätzlich deutlich ausgeprägte Bereitschaft der in Deutschland lebenden Litauer, ihren Landsleuten zu helfen – ein Umstand, der bei Gerichten oft genug für Unverständnis sorgt. Vor dem Landgericht Heidelberg wird es für die Angeklagte im Wesentlichen um die Frage eines Vorsatznachweises gehen.
Für die Haupttäter stehen mehrjährige Haftstrafen im Raum.

Anmerkung: Folgetermine: 24.10.11, 07.11.11, 14.11.11, 21.11.11, 23.11.11