Presseforum
Pressemitteilung vom 7. März 2012:

Ein nicht ganz alltäglicher Strafprozess

Gericht: Amtsgericht Bruchsal
Termin: 7. März 2012, 9:15
Vorwurf: Besitz von Betäubungsmitteln

EIn nicht ganz alltägiches Verfahren beschäftigt das Amtsgericht Bruchsal. Dabei geht es um einen durchaus häufig zu erhebenden Vorwurf: Besitz von Betäubungsmitteln, allerdings in verschwindend geringer Menge. Da es sich aber um Kokain handeln soll, war eine EInstellung im Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft nicht möglich. Auch die Tatsache, dass der Beschuldigte Insasse der JVA Bruchsal ist, verhinderte die Einstellung. Was das Verfahren aber über das Alltägliche heraushebt, ist das, was es über den Beschuldigten zu sagen gibt: Er ist vermutlich einer der am längsten in behördlicher Verwahrung sitzende Mensch Deutschlands. Seine Strafzeit beträgt inzwischen mehr als 50 Jahre.
Im hieseigen Verfahren bestreitet er, dass es sich bei dem im Rahmen einer Zellenkontrolle gefundenen Pulver um Kokain handeln soll. Der Beschuldigte ist bekennender Haschischkonsument. Tatsächlich gibt es nur einen Drogenschnelltest, der in der JVA Bruchsal gemacht wurde.