Presseforum
Pressemitteilung vom 20. Februar 2013:

Hells Angels-Prozess in Traunstein

Gericht: Landgericht Traunstein
Termin: 20. Februar 2013, 9:00

Beim Landgericht Traunstein waren drei Beschuldigte angeklagt, einen schweren Raub begangen zu haben. Der Vorwurf ging dahin, dass zwei der Angeklagten den dritten Angeklagten beauftragt hätten, mit anderen Personen aus dem Umfeld der Hells Angels einen Geschäftsmann aus Reit im Winkel zu überfallen und unter Druck zu setzen, sodass dieser die Forderungen des Mitangeklagten erfülle. Des Weiteren sei bei diesem Vorfall versucht worden, den PKW Porsche Cayenne des mutmaßlichen Geschädigten zu entwenden.

Dieser Prozess wurde von der Presse in Traunstein „Hells Angels Prozess“ genannt, da die Staatsanwaltschaft davon ausging, dass zwei der Mitangeklagten die Hells Angels beauftragt hatten, diese Tat zu begehen.

Es fand bereits im Jahr 2011 eine mehrtägige Hauptverhandlung statt. Bei dieser Verhandlung schwiegen die Angeklagten, und das Landgericht Traunstein kam zunächst zu dem Schluss, dass nicht nachgewiesen sei, dass tatsächlich Personen aus dem Umfeld der drei Angeklagten den Geschäftsmann überfallen hätten. Alle drei Angeklagten kamen frei.
Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin mit Erfolg Revision ein, sodass das Urteil aufgehoben wurde. das Revisionsgericht rügte, dass teilweise Zeugenaussagen nicht richtig berücksichtigt worden seien. Bei dem erneuten Anlauf wurde nochmals eine Beweisaufnahme durchgeführt. Das Gericht kam jedoch relativ schnell davon ab, dass hier ein versuchter Raub vorlag. Es ging letztendlich nur davon aus, dass eine Körperverletzung stattgefunden hat, wobei der eigentliche Täter nicht ermittelt werden konnte. Die Angeklagten wurden deshalb lediglich wegen Anstiftung zur Körperverletzung und Beihilfe zur Körperverletzung verurteilt. Das Mitglied der Hells Angels, welches zunächst wegen versuchten Raubes angeklagt war, wurde in den wesentlichen Punkten freigesprochen. Es erfolgte lediglich eine Verurteilung wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten. Die Besonderheit war hier, dass der Angeklagte bereits acht Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte. Der Angeklagte verzichtete jedoch auf eine Haftentschädigung. Nur nebenbei sei erwähnt, dass die angeblich geschädigte Person mittlerweile zu fünf Jahren Freiheitsstrafe in Rumänien verurteilt wurde und sich weigerte, aus dem Gefängnis aus Rumänien zur Zeugenaussage in Deutschland überstellt zu werden.