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Pressemitteilung vom 3. April 2018:

Freispruch nach sechs Monaten Untersuchungshaft

Gericht: Amtsgericht Karlsruhe
Termin: 3. April 2018, 18:04

Die Staatsanwalt hatte dem Angeklagten, A.S. vorgeworfen in einem Park in
Karlsruhe einen Mann niedergeschlagen zu haben um ihm das Portmonai gestohjlen
zu haben. Der Vorwurf lautet mithin Rub gemäß § 249 StGB. Der Angeklagte befand
sich aufgrund dieser Vorwürfe und den Aussagen des Opfers sechs Monate in
Untersuchungshaft. A.S. hat die Vorwürfe stets bestritten.
In der Hauptverhandlung stellte sich dann ein Bild dar, dass so gar nicht mehr mit der
Anklage und der Aktenlage übereinstimmte. Das sog. Opfer machte widersprüchliche
Angaben, insbesondere zur Person des Angeklagten. Zuvor hatte er noch immer bei
der Polizei angegeben, er kenne den Täter nicht und hat ihn letztendlich bei einer
Lichtbildvorlage identifiziert. In der Hauptverhandlung kannte er auf einmal seinen
Vornamen und räumte ein, dass er diesen bereits länger kenne und ihn auch schon
zuhause zum Essen eingeladen hatte.
Das Tatgeschehen soll im Umfeld des Tatgeschehens in einer Einrichtung der Stadt
Karlsruhe abspielte, die eine Anlaufstelle für Obdachlose ist. In dem Anwesen haben
die Obdachlosen die Möglichkeit eine Postadresse anzugeben und Sozialleistungen
in Form von Kleidern und Betreuung durch Sozialarbeiter zu bekommen.
Der Park in dem das Tatgeschehen passiert sein sollte, befindet sich gegenüber
dieser Einrichtung. Wie sich in dem Verfahren herausstellte, war an diesem Tag auch
das mutmaßliche Opfer in diesem Park um Alkohol zu konsumieren und war, wie die
Polizei berichtete, bei der Anzeigenerstattung erheblich alkoholisiert.
Nach der Beweisaufnahme hatte auch der Staatsanwalt keine Zweifel mehr daran,
dass hier der Angeklagte freizusprechen ist. A.S.wurde dann auch freigesprochen
und hat Anspruch auf Haftentschädigung. Der Anspruch auf Haftentschädigung
beträgt derzeit 25 € pro Tag erlittener Unterschungshaft.