Verkehrsstrafrecht

Schon klei­ne Un­auf­merk­sam­kei­ten – die je­dem Ver­kehrs­teil­neh­mer leicht un­ter­lau­fen kön­nen – füh­ren zur Ein­lei­tung ei­nes Ver­kehrs­straf­ver­fah­rens oder zur Ver­fol­gung ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit.

Ei­ne Ab­len­kung führt zu ei­nem Un­fall, der In­sas­se des an­de­ren Fahr­zeu­ges ist ver­letzt – viel­leicht nur leicht; die führt un­wei­ger­lich zur Ein­lei­tung ei­nes Er­mitt­lungs­ver­fah­rens we­gen „fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung“. Aber auch das Über­se­hen ei­nes Ver­kehrs­schil­des, die feh­ler­haf­te In­ter­pre­ta­ti­on ei­ner Si­tua­ti­on füh­ren zu Kom­pli­ka­tio­nen, häu­fig zu ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit. Der Är­ger ist oft groß, nicht zu­letzt weil es nicht im­mer um die „Si­cher­heit des Stra­ßen­ver­kehrs“ geht, denn die Kom­mu­nen ha­ben Ver­stö­ße ge­gen ver­kehrs­recht­li­che Vor­schrif­ten längst als lu­kra­ti­ve Ein­nah­me­quel­le zur Sa­nie­rung ih­rer Haus­hal­te ent­deckt.

Die dro­hen­den Sank­tio­nen bei Ver­kehrs­ord­nungs­wid­rig­kei­ten rei­chen von ei­ner Geld­bu­ße mit der Ver­zeich­nung von Punk­ten im Ver­kehrs­zen­tral­re­gis­ter bis hin zum Fahr­ver­bot. Bei 8 Punk­ten im Ver­kehrs­zen­tral­re­gis­ter (die im un­güns­tigs­ten Fall auf ei­ner ein­zi­gen Fahrt er­reicht wer­den kön­nen) ent­zieht die Ver­wal­tungs­be­hör­de die Fahr­er­laub­nis.

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Bei Straf­ta­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Stra­ßen­ver­kehr sieht das Ge­setz ne­ben der Mög­lich­keit ei­ner Geld­stra­fe auch Frei­heits­stra­fe vor, die bis zu zehn Jah­re be­tra­gen kann. Als be­son­de­re Sank­ti­on kann das Straf­ge­richt auch die Fahr­er­laub­nis ent­zie­hen und ei­ne Sperr­frist be­stim­men, in­ner­halb de­rer der Bür­ger kei­ne neue Fahr­er­laub­nis er­hal­ten kann. Ein ver­kehrs­recht­li­ches Straf­ver­fah­ren kann al­so zu schwer­wie­gen­den Kon­se­quen­zen füh­ren. Aus die­sem Grund soll­te die Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie im Straf­ver­fah­ren von An­fang an sorg­fäl­tig be­dacht und vor­be­rei­tet wer­den. Es dürf­te sach­ge­recht sein, mög­lichst früh­zei­tig ei­nen Rechts­an­walt mit der Ver­tre­tung im Straf­ver­fah­ren zu be­auf­tra­gen.

Die wich­tigs­ten Rat­schlä­ge vor­ab:

  • Auf Fra­gen von Un­fall­be­tei­lig­ten kei­ne An­ga­ben ma­chen!
  • Auf Fra­gen der Po­li­zei­be­am­ten spä­tes­tens dann kei­ne An­ga­ben mehr ma­chen, wenn mit der Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens oder ei­nes Ver­fah­rens we­gen ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit ge­rech­net wer­den muss!

Je­der Ver­fah­ren we­gen ei­ner Ver­kehrs­sa­che – sei es we­gen ei­ner Straf­tat oder ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit – be­darf sorg­fäl­ti­ger Vor­be­rei­tung durch ei­nen er­fah­re­nen Be­ra­ter und ei­ner Ein­sicht in die Ak­ten der Po­li­zei, der Ver­wal­tungs­be­hör­de und in die Un­ter­la­gen der Staats­an­walt­schaft.